Vereinsporträt · Stand August 2026
FC Germania Mallorca: der deutsche Klub mit dem LaLiga-Traum
Ein Reality-Star, ein Ex-Bundesligaprofi als Trainer und ein Versprechen, das größer kaum sein könnte: „From Zero to La Liga". Was hinter dem Hype-Projekt von der Insel wirklich steckt.
Steckbrief FC Germania Mallorca
GegründetSommer 2026 (Vorstellung 29. Juni)
HeimatMallorca, Spanien
PräsidentAmir Aziz
CheftrainerThorsten Legat
SportdirektorBastian Müller
Spielklasseunterste Liga Mallorcas
ZielLaLiga – rund sieben Aufstiege
AusrüsterJako
Auf einen Blick
Der FC Germania Mallorca ist ein neu gegründeter, deutsch geführter Verein auf Mallorca, der von der untersten spanischen Spielklasse bis in die LaLiga aufsteigen will.
- Gegründet im Sommer 2026, Cheftrainer ist Ex-Bundesligaprofi Thorsten Legat
- Motto „From Zero to La Liga": rund sieben Aufstiege, intern angepeilt in etwa zehn Jahren
- Rund 1.000 Bewerbungen beim öffentlichen Spieler-Casting, international besetzter Kader
- Bilanz nach drei Spielen: 0:1, 3:1 – und ein 4:2 gegen die Find-The-Pro-Auswahl
Ein Fußballverein, der noch kein Pflichtspiel bestritten hat, aber schon zehn Millionen Menschen
erreicht: Der FC Germania Mallorca ist das vielleicht lauteste Neugründungs-Projekt des Jahres. Ein
deutsch geführter Klub auf der Lieblingsinsel der Deutschen, geleitet von Unternehmern und
Reality-Gesichtern, trainiert von Thorsten Legat – und mit einem Ziel, das jeder sofort versteht:
„From Zero to La Liga". Wir haben zusammengetragen, wer dahintersteckt, wie der Plan
aussieht, was der Kader taugt und wie realistisch der große Traum wirklich ist.
Wer steckt hinter dem FC Germania Mallorca?
Vorgestellt wurde der Verein Ende Juni 2026 – als nach eigener Darstellung erster deutscher
Fußballclub auf der Insel. Die Führungsebene ist eine Mischung aus Unternehmertum und Bekanntheit:
Amir Aziz, Immobilienunternehmer mit Basis in Dubai, ist Präsident,
Nick Pinior als Unternehmer von der Insel sein Vize. Für Marketing und Geschäftsführung
verantwortet Aleks Petrovic das Projekt, bekannt aus dem deutschen Reality-TV.
Das sportliche Gesicht ist ein anderes: Thorsten Legat, früher Bundesligaprofi unter
anderem beim VfB Stuttgart, Werder Bremen und Schalke 04, später Dauergast im deutschen Fernsehen,
arbeitet als Cheftrainer. Ihm zur Seite steht mit Bastian Müller ein ehemaliger Profi,
der als Sportdirektor die Kaderplanung verantwortet – und zugleich selbst im Mittelfeld aufläuft.
„Meine erste Reaktion war: ‚Leck mich am Arsch.'"
Thorsten Legat über den Moment, als er vom Projekt Germania Mallorca hörte (RevierSport-Interview)
Der Plan: „From Zero to La Liga"
Das Motto steht über allem und ist zugleich Geschäftsmodell: Der Klub startet ganz unten – in der
untersten regionalen Spielklasse Mallorcas – und will sich Saison für Saison nach oben arbeiten, bis er
eines Tages gegen Real Madrid und den FC Barcelona spielt. Bis dorthin wären rund sieben
Aufstiege nötig; intern nennt der Verein einen Zeithorizont von etwa zehn
Jahren. Der Weg durch das spanische Ligasystem sieht grob so aus:
1Unterste Regionalliga Mallorcas – hier startet Germania
2Höhere Regionalklassen der Balearen
3Tercera Federación
4Segunda Federación
5Primera Federación
6LaLiga Hypermotion (2. Liga)
7LaLiga – das große Ziel
Für die erste Saison hat der Klub ein konkreteres Zwischenziel ausgegeben: den direkten
Aufstieg gleich im ersten Jahr. Anders als klassische Retortenklubs setzt Germania dabei stark auf Community: Fans sollen von Beginn an
eingebunden werden, der Aufbau bewusst transparent ablaufen. Das Konzept ist damit ebenso ein
Medienprodukt wie ein Sportprojekt – und genau das erklärt einen Großteil der Aufmerksamkeit.
Der Kader: 1.000 Bewerbungen und ein Casting
Zusammengestellt wurde die Mannschaft über ein öffentliches Casting – mit überraschender Resonanz:
Schon in den ersten Wochen gingen mehrere hundert Bewerbungen ein, insgesamt war von rund
1.000 Bewerbungen die Rede. Herausgekommen ist ein bunt gemischter, internationaler
Kader mit Spielern aus Deutschland, der Schweiz, Uruguay, Kolumbien, Portugal, Litauen, Österreich und
den Niederlanden. Ablösesummen flossen dabei keine: Alle Zugänge kamen vertragsfrei.
Der offiziell registrierte Kader für die Saison 2026/27 ist noch im Aufbau. Diese Spieler sind bereits
gemeldet:
| Nr. | Spieler | Position | Alter | Nation |
| 1 | Gavin Didzilatis | Torwart | 24 | Deutschland |
| 23 | Bastian Müller | Defensives Mittelfeld | 35 | Deutschland |
| – | Limi Rrustemi | Defensives Mittelfeld | 24 | Schweiz |
| 17 | Dominik Karaca | Zentrales Mittelfeld | 28 | Deutschland |
| – | Jeremy Mekoma | Zentrales Mittelfeld | 22 | Deutschland |
| 10 | Armando Grau | Linksaußen | 35 | Deutschland |
| – | Felix Westphal | Linksaußen | 23 | Deutschland |
| 6 | Daniele Buccolino | Rechtsaußen | – | Deutschland/Italien |
| 9 | Simone de Gaetani | Rechtsaußen | 23 | Deutschland |
Dazu kommen Spieler, die bereits getroffen haben, aber noch nicht in der offiziellen Liste geführt
werden – etwa Danny Förster und Rafa Salazar. Bekanntester Name im
Tor ist Gavin Didzilatis, der zuvor im Reservebereich des 1. FC Köln spielte; erfahrenster
Mann ist Sportdirektor Bastian Müller, der mit 35 Jahren selbst im defensiven
Mittelfeld aufläuft. Trainiert wird die Truppe seit dem 1. Juli 2026 von Thorsten Legat.
Hinweis: Der Kader wächst weiter. Vorbereitet wurde die Mannschaft in einem Trainingscamp in La
Nova Cabana Ende Juli, ehe ein Meet & Greet den Saisonauftakt einläutete.
Die ersten Spiele: Fehlstart und erster Heimsieg
Die Premiere fand am 12. August 2026 statt – und endete mit einer knappen Niederlage.
Gegen CD Genova, einen zwei Klassen höher spielenden Gegner, verlor Germania Mallorca im
Camp de Futbol Genova vor rund 100 Zuschauern mit 0:1. Kurios: Das
entscheidende Tor fiel in dem Moment, als wegen einer Sonnenfinsternis das Flutlicht eingeschaltet
werden musste.
Für Legat war das Ergebnis zweitrangig – zu diesem Zeitpunkt hatte das Team nach eigener Aussage erst
eine Handvoll Trainingseinheiten absolviert:
„Der unbedingte Wille war zu sehen. Die Jungs haben das Herz auf dem Platz gelassen. Wir sind auf dem
absolut richtigen Weg."
Thorsten Legat nach dem 0:1 gegen CD Genova
Die Antwort folgte fünf Tage später. Beim ersten Heimspiel der Vereinsgeschichte am
17. August 2026 gewann Germania mit 3:1 gegen Boca Mallorca – vor
rund 300 Zuschauern und damit dem dreifachen Publikum des Auftaktspiels. Die Tore
erzielten Simeone De Gaetani (zwei Treffer, einer davon per Elfmeter) und
Danny Förster.
Bisherige Spiele des FC Germania Mallorca
12. August · bei CD Genova0:1
17. August · Heim gegen Boca Mallorca3:1
22. August · gegen Find-The-Pro-Auswahl4:2
Der Prestige-Sieg: 4:2 gegen die Find-The-Pro-Auswahl
Das bislang größte Spiel der jungen Vereinsgeschichte stieg am Samstag, dem 22. August 2026,
um 18 Uhr in Palma. Gegner war die Find-The-Pro-Auswahl (FTP) – ein Team aus dem
gleichnamigen Social-Media-Format, das sich aus Amateuren, Talenten und Semi-Profis zusammensetzt und
deutlich schwerer einzuschätzen war als ein normaler Inselklub.
Denn die FTP-Auswahl hat Referenzen: Sie trat bereits gegen Regionalligisten und
Nachwuchsleistungszentren wie Mainz 05 und den VfB Stuttgart an – und schlug den damaligen
Regionalligisten Türkspor Dortmund mit 7:3. Entsprechend deutlich war die Rollenverteilung
im Vorfeld: Germania galt als Außenseiter, das Projekt wurde medial belächelt.
Am Ende gewann Germania Mallorca mit 4:2. Die Tore erzielten Simone de Gaetani
(zwei Treffer), Limi Rrustemi und Rafa Salazar. Der Klub feierte den
Erfolg mit einer deutlichen Botschaft: „Wir haben nicht geredet. Wir haben Taten für uns sprechen
lassen." Der Beitrag dazu sammelte über 1.200 Likes – für einen Verein, der wenige Wochen zuvor noch
nicht existierte, ein bemerkenswerter Wert.
„Niemand kannte sich und trotzdem sind wir innerhalb von nur drei Wochen zu einem echten Team geworden.
Es wurde viel geschrieben: FTP werde gewinnen und wir seien zu schlecht. Aber wir haben die Antwort auf
dem Platz gegeben."
Danny Förster, Spieler des FC Germania Mallorca, nach dem 4:2
Bemerkenswert ist der Ton nach dem Sieg: Statt Euphorie betonte der Klub, man habe „noch nichts
erreicht" und bleibe bodenständig. Das eigentliche Ziel sei ein anderes – der Aufstieg schon in
der ersten Saison der Vereinsgeschichte.
Ligastart und die ersten Gegner
Ernst wird es ab Ende August: Der Vereinskalender listet die erste Partie am 29. August
auswärts bei Pla de na Tesa „A", es folgen Spiele gegen CA Aldosivi de Mallorca und CD Santa Catalina.
Ab dem 20. September stehen dann Wochenende für Wochenende Ligagegner von der Insel auf dem Programm –
darunter Campanet, CD Consell, Deportivo Marratxí, Son Sardina, Cala d'Or und Mallorca City FC.
Kurz eingeordnet: Das sind keine großen Namen, sondern Dorf- und Stadtteilklubs. Genau darin liegt
der Reiz der Erzählung – und die Fallhöhe: Auf diesem Niveau zählt am Ende jeder Punkt, egal wie viele
Follower ein Verein hat.
Hype, Sponsoren und die geplante Doku
Medial ist das Projekt längst angekommen: Vom Mallorca Magazin über RevierSport bis zu großen deutschen
Sportportalen berichten zahlreiche Medien. Auf Instagram sammelte der Klub binnen weniger Wochen
Zehntausende Follower und laut eigenen Angaben über zehn Millionen erreichte Menschen –
und das, bevor überhaupt ein Pflichtspiel angepfiffen war.
Wirtschaftlich stützt sich Germania auf die Ballermann-Ökonomie: Hauptsponsor ist
Carlos Lucio, Betreiber des Sommerland an der Playa de Palma, wo die Spiele exklusiv
gezeigt werden sollen. Ausgerüstet wird das Team von Jako. Dazu kam im August mit
Geyzir ein offizieller KI- und Technologiepartner an Bord, der auf dem unteren
Trikotrücken wirbt und den Klub bei Automatisierung und digitalen Lösungen begleitet – Slogan:
„With AI and data to La Liga." Begleitet werden soll der Aufbau zudem von einer Premium-Dokumentation,
die die Entstehungsgeschichte erzählt.
Wie realistisch ist der LaLiga-Traum?
Ehrlich betrachtet: sehr unwahrscheinlich. Sieben Aufstiege in Serie hat in Spanien noch kein
vergleichbares Projekt geschafft. Je höher es geht, desto härter werden die Hürden – ab der Tercera und
Segunda Federación warten hunderte etablierte Klubs mit gewachsenen Strukturen, dazu kommen Lizenz-,
Stadion- und Finanzauflagen, die weit über einen Dorfplatz hinausgehen. Schon ein einziger verpasster
Aufstieg verschiebt den Zeitplan um ein ganzes Jahr.
Wahrscheinlicher ist ein anderes Szenario: Germania Mallorca etabliert sich in den kommenden Jahren in
den unteren Inselligen, wächst als Marke und Community – und liefert nebenbei eine Geschichte, die sich
gut erzählen lässt. Genau das ist ökonomisch vermutlich auch der eigentliche Kern des Projekts. Kritiker
sehen darin einen Marketing-Stunt im Retortenformat; Befürworter halten dagegen, dass der Klub Fans
einbindet und echten Amateurfußball sichtbar macht. Wer erleben will, wie diese Wette ausgeht, muss
schlicht dranbleiben – die nächsten zwei, drei Saisons werden zeigen, ob aus dem Hype ein Fußballverein
wird.
Kuriose Vereinsgeschichten gibt es übrigens auch näher an der Bundesliga: Warum ein Klub im DFB-Pokal ein
„II" im Namen trägt, ohne eine zweite Mannschaft zu sein, erklären wir beim
SSV Jeddeloh II. Und alle Tipps zur neuen Saison findest du bei
unseren
Bundesliga-Tipps.
Häufige Fragen zum FC Germania Mallorca
Was ist der FC Germania Mallorca?
Der FC Germania Mallorca ist ein im Sommer 2026 neu gegründeter, deutsch geführter Fußballverein auf der spanischen Insel Mallorca. Der Klub startet in der untersten Spielklasse der Balearen und verfolgt das Motto From Zero to La Liga – er will sich also von ganz unten bis in Spaniens höchste Liga hocharbeiten.
Wer hat Germania Mallorca gegründet?
Hinter dem Projekt steht eine Gruppe um Präsident Amir Aziz, Vizepräsident Nick Pinior und Marketing-Direktor Aleks Petrovic. Das sportlich bekannteste Gesicht ist Ex-Bundesligaprofi Thorsten Legat, der als Cheftrainer arbeitet. Sportdirektor ist der frühere Profi Bastian Müller, der zugleich im Mittelfeld spielt.
In welcher Liga spielt der FC Germania Mallorca?
Der Verein startet im Spätsommer 2026 in der untersten regionalen Spielklasse Mallorcas. Die Gegner sind kleine Klubs von der Insel wie Pla de na Tesa, CD Santa Catalina, Campanet oder Son Sardina.
Wie viele Aufstiege braucht Germania Mallorca bis zur LaLiga?
Von der untersten Spielklasse bis in die LaLiga wären rund sieben Aufstiege nötig. Intern peilt der Klub dafür einen Zeitraum von etwa zehn Jahren an – ein sportlich extrem ambitioniertes Ziel, das bislang kein vergleichbares Projekt geschafft hat.
Welche Ergebnisse hat Germania Mallorca bisher erzielt?
Das erste Spiel der Vereinsgeschichte verlor Germania Mallorca am 12. August 2026 mit 0:1 gegen den höherklassigen CD Genova. Das erste Heimspiel am 17. August gewann der Klub mit 3:1 gegen Boca Mallorca vor rund 300 Zuschauern. Am 22. August folgte der bislang größte Erfolg: ein 4:2 gegen die Find-The-Pro-Auswahl durch Tore von Simone de Gaetani (zwei), Limi Rrustemi und Rafa Salazar.
Wer spielt für den FC Germania Mallorca?
Der Kader entstand aus einem öffentlichen Casting mit rund 1.000 Bewerbungen und ist international besetzt. Zu den gemeldeten Spielern zählen Torhüter Gavin Didzilatis, Sportdirektor und Mittelfeldspieler Bastian Müller, Limi Rrustemi, Dominik Karaca, Jeremy Mekoma, Armando Grau, Felix Westphal, Daniele Buccolino und Simone de Gaetani. Dazu kommen Torschützen wie Danny Förster und Rafa Salazar. Trainer ist Thorsten Legat.
Wie realistisch ist der Aufstieg in die LaLiga?
Sportlich gilt das Ziel als sehr unwahrscheinlich: Sieben Aufstiege in Folge samt Lizenz-, Stadion- und Finanzauflagen hat in Spanien noch kein Retortenprojekt geschafft. Realistischer ist, dass Germania Mallorca in den ersten Jahren die unteren Ligen der Insel erklimmt und vor allem als Medien- und Community-Projekt funktioniert.