Fußball Kombiwetten
Buli Tipphilfe
  Kombiwetten
Bild

Die Spitznamen der Bundesliga-Klubs: Herkunft und Bedeutung

Vereinskunde
Die Spitznamen der Bundesliga-Klubs
Fohlen, Knappen, Geißböcke – woher die Namen wirklich kommen, welche Erklärungen falsch sind und welche drei Vereine gar keinen haben.
Zuletzt aktualisiert: 3. September 2026
Auf einen Blick
Die wenigsten Spitznamen kommen von dem, was man vermutet. Die „Fohlen" sind älter als Gladbachs Titel, Dortmunds „Borussia" stammt von einem Bierschild, und ein Knappe ist kein Lehrling.
  • 15 der 18 Klubs haben einen Spitznamen – drei haben keinen
  • Der Kölner Geißbock und Gladbachs Fohlen gehen auf denselben Mann zurück
  • „Stern des Südens" ist kein Spitzname, sondern ein Lied
  • Der HSV ist seit 2018 kein „Dino" mehr
Fast jeder kennt sie, kaum jemand kann sie erklären: Die Spitznamen der Bundesliga-Klubs gehören zum Grundwortschatz jedes Fußballfans, aber die Geschichten dahinter sind oft anders als gedacht. Manche entstanden aus einer Trikotfarbe, andere aus einem Zeitungsartikel, einem Karnevalsgeschenk oder dem Reklameschild einer Brauerei. Und in mehreren Fällen ist die verbreitete Erklärung schlicht falsch.

Alle 18 Spitznamen im Überblick

Nicht jeder Klub hat einen. Drei Vereine der Saison 2026/27 tragen gar keinen echten Spitznamen, bei zwei weiteren ist es lediglich eine Ortsangabe, die sich in der Berichterstattung eingebürgert hat. Die Übersicht trennt beides:
VereinSpitznameWoher er kommt
FC Bayern MünchenDie RotenTrikotfarben seit der Fusion 1906
Borussia DortmundDie Schwarzgelben, Die BorussenTrikotfarben ab 1912/13; „Borussia" von einer Brauerei
RB LeipzigDie Roten BullenSponsor und Wappentiere
Bayer 04 LeverkusenDie WerkselfSpieler arbeiteten bis in die 1970er im Bayer-Werk
Eintracht FrankfurtDie Adler, Die SchlappekickerFrankfurter Stadtwappen; Hausschuhfabrik als Förderer
SC FreiburgBreisgau-BrasilianerOffensivfußball unter Volker Finke, Mitte der 1990er
TSG 1899 Hoffenheimkein Spitzname„Kraichgauer" ist eine Ortsangabe
VfB StuttgartDie Roten, Die SchwabenTrikotfarbe und Landsmannschaft
Borussia MönchengladbachDie FohlenJüngste Mannschaft der Liga 1964/65
1. FC Union BerlinDie EisernenArbeitermilieu in Oberschöneweide
1. FC KölnDie GeißböckeGeschenkter Ziegenbock, 13. Februar 1950
1. FSV Mainz 05Die Nullfünfer, KarnevalsvereinGründungsjahr 1905; Spottruf der Gegner übernommen
FC AugsburgDie FuggerstädterKaufmannsdynastie Fugger
Hamburger SVDie Rothosen, Die RautenträgerSpielkleidung und Wappenraute
SV Werder BremenDie Werderaner, Die Grün-Weißen„Werder" heißt Flussinsel
FC Schalke 04Die Knappen, Die KönigsblauenBergmannsmilieu im Revier
SV 07 Elversbergkein Spitznamenur die Kurzformen „Die SVE" und „Die Elv"
SC Paderborn 07kein Spitznamenur „Die Ostwestfalen" als Ortsangabe

Die Spitznamen mit der besten Geschichte

Hinter manchen Namen steckt nur eine Trikotfarbe. Hinter anderen ein Ziegenbock, eine Hausschuhfabrik oder ein Bierreklameschild. Diese elf lohnen die Erklärung.

1. FC Köln: ein Ziegenbock als Karnevalsgeschenk

Der Ursprung lässt sich auf den Tag genau datieren. Am 13. Februar 1950, exakt zwei Jahre nach der Vereinsgründung, überreichte die Zirkusdirektorin Carola Williams dem FC bei einer Karnevalssitzung einen jungen Geißbock. Getauft wurde das Tier nach dem damaligen Spielertrainer: Hennes Weisweiler. Der Bock war fortan bei jedem Heimspiel dabei, wurde zum Wahrzeichen – und die Mannschaft hieß bald „die Geißböcke". Bis heute trägt jeder Kölner Geißbock den Namen Hennes.

Borussia Mönchengladbach: die Fohlen sind älter als die Titel

Der bekannteste Irrtum der Liga: Die „Fohlenelf" stammt nicht aus den goldenen Siebzigern mit Netzer, Heynckes und Vogts. Der Begriff entstand in der Saison 1964/65, noch in der Regionalliga West, also fünf Jahre vor der ersten Meisterschaft. Gladbach hatte mit 21,5 Jahren den jüngsten Kader der Liga und spielte unbekümmert nach vorn. Geprägt hat den Namen der Reporter Wilhelm August Hurtmanns von der Rheinischen Post: Die Borussen würden spielen wie junge Fohlen, schrieb er.
Die Verbindung, die kaum jemand kennt: Der Trainer, der in Gladbach diese junge Mannschaft formte, war derselbe Hennes Weisweiler, nach dem in Köln der Ziegenbock benannt worden war. Die beiden berühmtesten Spitznamen des rheinischen Fußballs gehen damit auf ein und dieselbe Person zurück – der eine trägt bis heute ihren Vornamen, der andere ihre Spielidee.

FC Schalke 04: was ein Knappe wirklich ist

„Die Knappen" kommt aus dem Bergbau – so weit ist es bekannt. Der Haken liegt im Detail: Ein Knappe ist kein Lehrling, sondern der Bergmann nach abgeschlossener Ausbildung. Der Name war in den 1920er Jahren gebräuchlich, als ein Großteil der Spieler und des Umfelds tatsächlich unter Tage arbeitete.
Beim zweiten Schalker Spitznamen wird es schwieriger. „Königsblau" kam erst um 1930 auf, blaue Trikots sind ab 1913 dokumentiert – davor spielte der Klub neun Jahre lang als Westfalia Schalke in Rot-Gelb. Warum ausgerechnet Blau-Weiß, ist bis heute ungeklärt. Der Verein selbst stellt drei Theorien nebeneinander: preußische Symbolik, die Sehnsucht der Bergleute nach blauem Himmel und weißen Wolken – oder die blau-weiß gestreifte Bettwäsche der masurischen Zuwanderer. Belegt ist keine davon.

Eintracht Frankfurt: Adler aus dem Stadtwappen, Schlappen aus der Schuhfabrik

Der Adler stammt vom Frankfurter Stadtwappen. Schon 1911, bei der Fusion zum Frankfurter Fußballverein, prangte er auf der Brust – ein großer Adler mit aufgesetzter Krone.
Der zweite Frankfurter Spitzname ist fast vergessen und die schönste Geschichte in dieser Liste. In den 1920er Jahren hielt die jüdisch geführte Schuhfabrik J. & C. A. Schneider den Verein wirtschaftlich am Leben, geleitet von den Brüdern Fritz und Lothar Adler sowie ihrem Cousin Walter Neumann. Sie stellte vor allem Hausschuhe her – auf Frankfurterisch Schlappe. Daher „Schlappekicker". Dass die Förderer ausgerechnet Adler hießen, ist reiner Zufall: Den Wappenvogel trug die Eintracht da schon über ein Jahrzehnt.

Borussia Dortmund: der Name kommt vom Bierschild

„Borussia" ist die latinisierte Form von Preußen – beim BVB steckt dahinter aber kein Patriotismus, sondern Werbung. Bei der Gründung am 19. Dezember 1909 in der Gaststätte „Zum Wildschütz" hing dort ein Schild der Borussia-Brauerei vom nahen Borsigplatz. Dass der Vater von Mitgründer Franz Jacobi in eben dieser Brauerei arbeitete, stützt die Version zusätzlich.
Und die Farben? Der BVB spielte anfangs in Blau-Weiß, dazu eine rote Schärpe als Bekenntnis zur Arbeiterbewegung. Erst 1912/13 kam Schwarz-Gelb – die Dortmunder trugen also zunächst ausgerechnet die Farben des heutigen Erzrivalen.

Bayer 04 Leverkusen: die Werkself war einmal wörtlich gemeint

„Werkself" klingt heute nach Konzern-Etikett, war aber lange eine schlichte Beschreibung: Bis in die späten 1970er Jahre arbeitete ein Großteil der Spieler tatsächlich im Bayer-Werk. Den Anstoß gab 1903 ein Brief des Werksangehörigen Wilhelm Hauschild an die Direktion, mit der Bitte um einen Turnverein für die Belegschaft – beigelegt war eine Unterschriftenliste mit 170 Werksangehörigen.
Der zweite, ungeliebte Leverkusener Spitzname ist „Vizekusen". Kurios daran: Die Bayer AG hat ihn 2010 selbst als Wortmarke schützen lassen, um Missbrauch vorzubeugen.

SV Werder Bremen: Werder ist kein Name, sondern Land

Ein „Werder" ist eine Flussinsel beziehungsweise angeschwemmtes Land. Gemeint ist der Bremer Stadtwerder an der Weser, wo die Gründer 1899 spielten – beim Ausflugslokal „Kuhhirten", auf dessen Veranda der Verein gegründet wurde.
Auch Grün-Weiß war nicht von Anfang an gesetzt: Zunächst trug man weiße Trikots mit grünen und roten Elementen. Das berühmte Werder-W kam erst 1924.

1. FSV Mainz 05: aus dem Spott der Gegner wurde das Markenzeichen

„Die Nullfünfer" ist schnell erklärt – das Gründungsjahr 1905. Interessanter ist der zweite Name: „Karnevalsverein" war ursprünglich ein Spottruf gegnerischer Fans. Mainz hat ihn übernommen und daraus Identität gemacht: „Wir sind nur ein Karnevalsverein" singt die eigene Kurve seit Jahren. Eine feine Ironie steckt darin, dass man in Mainz eigentlich Fastnacht feiert und nicht Karneval.

1. FC Union Berlin: die Schlosserjungs von Oberschöneweide

„Eisern Union" wurzelt im Arbeitermilieu des Berliner Industriebezirks Oberschöneweide. Wegen ihrer blauen Arbeitskleidung und ihrer Herkunft aus der Arbeiterschaft hießen die Spieler „Schlosserjungs" – daraus wurde der Ruf, der heute das halbe Stadion trägt.
Ehrlich bleiben muss man beim Erstbeleg: Angeblich erklang der Ruf zuerst in einem Spiel gegen Hertha BSC in den 1920er Jahren. Ein Datum dafür gibt es nicht, die blumige Fassung der Geschichte geht auf einen Theaterprolog von 2006 zurück.

Hamburger SV: der Dino ist Vergangenheitsform

Rothosen und Rautenträger erklären sich von selbst – Spielkleidung und Wappen. „Der Dino" dagegen ist jünger, als viele denken: Der Begriff entstand erst im neuen Jahrtausend, das Maskottchen Dino Hermann schlüpfte am 24. August 2003, benannt nach dem Kult-Masseur Hermann Rieger.
Gemeint war die Sonderstellung als einziger Verein, der seit Gründung der Bundesliga nie abgestiegen war. Am 12. Mai 2018 war damit Schluss. Wer den HSV heute im Präsens „Dino" nennt, liegt schlicht falsch.

FC Bayern München: die Roten, und ein Lied, das kein Spitzname ist

Bayern spielte bis 1906 in Blau-Weiß. Erst mit der Fusion mit dem Münchner Sport-Club kamen weiße Hemden und rote Hosen – und damit „die Roten".
Häufig als Spitzname geführt wird „Stern des Südens". Das ist es nicht: Es ist der Titel der Vereinshymne, 1997 von Willy Astor und Stephan Lehmann geschrieben und 1998 erstmals im Stadion gespielt. Erst danach wanderte die Formel in die Umgangssprache.

Sechs Erklärungen, die falsch sind

Verbreitete AnnahmeWie es wirklich ist
Die „Fohlen" kommen von der Meistermannschaft der SiebzigerDer Begriff stammt aus der Regionalliga-Saison 1964/65 – fünf Jahre vor dem ersten Titel
„Borussia" ist ein Bekenntnis zu PreußenBeim BVB kommt der Name von einem Brauerei-Reklameschild in der Gründungskneipe
Ein Knappe ist ein BergmannslehrlingEin Knappe ist der Bergmann nach abgeschlossener Ausbildung
„Werder" ist ein PersonennameEin Werder ist eine Flussinsel – gemeint ist der Bremer Stadtwerder
Der HSV heißt seit jeher „Dino"Der Begriff entstand erst nach 2000 und endete mit dem Abstieg 2018
Mainz nennt sich selbstbewusst „Karnevalsverein"Der Ruf kam ursprünglich von gegnerischen Fans und war als Spott gemeint

Die Klubs ohne Spitznamen

Drei Vereine der aktuellen Saison haben schlicht keinen. Das ist keine Lücke in der Recherche, sondern eine Tatsache – und sie hat einen gemeinsamen Grund: Spitznamen brauchen Jahrzehnte, um sich zu setzen.
TSG 1899 Hoffenheim stieg zwischen 2000 und 2008 von der Kreisliga in die Bundesliga auf. „Kraichgauer" ist eine Regionsangabe, „Hoffe" eine Verkürzung. Interessant ist, was der Klub aus dem Spott gemacht hat: „Dorfklub" war als Herabsetzung gemeint – heute benutzt ihn der Verein in eigenen Überschriften.
SV 07 Elversberg firmiert als „Die SVE" oder „Die Elv" – beides Kurzformen des Vereinsnamens. Erzählenswert ist trotzdem etwas: Elversberg entstand ab 1852 als Siedlung für die Bergleute der Grube Heinitz. Ein Klub, der wie Schalke buchstäblich auf Kohle gebaut ist – nur ohne den passenden Namen dafür.
SC Paderborn 07 hat weder in der Vereinschronik noch in den Nachschlagewerken einen Spitznamen. Kein Wunder: Der Klub entstand 1985 aus einer Fusion und heißt erst seit 1997 so. Die „07" verweist auf Arminia Neuhaus, gegründet 1907 – nicht auf einen Paderborner Ursprung.
Zwei weitere Fälle sind Grenzfälle. FC Augsburg („Die Fuggerstädter") und VfB Stuttgart („Die Schwaben") tragen Ortsbezeichnungen, die sich in der Berichterstattung eingebürgert haben – keine Namen, die aus einem Ereignis geboren wurden.

Häufige Fragen zu den Spitznamen

Welcher Bundesliga-Verein hat welchen Spitznamen?
Die bekanntesten sind: Bayern München „Die Roten", Borussia Dortmund „Die Schwarzgelben", Schalke 04 „Die Knappen", Borussia Mönchengladbach „Die Fohlen", 1. FC Köln „Die Geißböcke", Bayer Leverkusen „Die Werkself", Eintracht Frankfurt „Die Adler", Werder Bremen „Die Grün-Weißen", Union Berlin „Die Eisernen" und der Hamburger SV „Die Rothosen".
Warum heißt Borussia Mönchengladbach „Die Fohlen"?
Der Name entstand in der Saison 1964/65, als Gladbach mit einem Altersschnitt von 21,5 Jahren die jüngste Mannschaft der Regionalliga West stellte und offensiv nach vorn spielte. Geprägt hat ihn der Reporter Wilhelm August Hurtmanns von der Rheinischen Post, der schrieb, die Borussen spielten wie junge Fohlen. Der Spitzname ist damit fünf Jahre älter als die erste Meisterschaft.
Warum heißt Schalke 04 „Die Knappen"?
Der Name stammt aus dem Bergbau: Ein Knappe ist ein Bergmann nach abgeschlossener Ausbildung – nicht, wie oft angenommen, ein Lehrling. In den 1920er Jahren arbeiteten viele Schalker Spieler und ein Großteil des Umfelds tatsächlich unter Tage.
Warum heißt der 1. FC Köln „Die Geißböcke"?
Am 13. Februar 1950 schenkte die Zirkusdirektorin Carola Williams dem Verein bei einer Karnevalssitzung einen Ziegenbock. Benannt wurde er nach dem damaligen Spielertrainer Hennes Weisweiler. Weil das Tier bei jedem Heimspiel dabei war, wurde es zum Wahrzeichen und gab der Mannschaft ihren Spitznamen.
Welche Bundesliga-Klubs haben keinen Spitznamen?
TSG Hoffenheim, SV 07 Elversberg und SC Paderborn 07 haben keinen gewachsenen Spitznamen. Was benutzt wird, sind Ortsangaben wie „Die Kraichgauer" oder „Die Ostwestfalen" beziehungsweise Kurzformen des Vereinsnamens. Der Grund ist meist die kurze Vereins- oder Erstliga-Geschichte.
Woher kommt der Name „Borussia" bei Dortmund und Gladbach?
„Borussia" ist die latinisierte Form von Preußen. Beim BVB steckt dahinter aber kein Patriotismus: Bei der Gründung 1909 in der Gaststätte „Zum Wildschütz" hing dort ein Reklameschild der Borussia-Brauerei vom nahen Borsigplatz. Der Vater eines Mitgründers arbeitete dort.
Weiterlesen: Warum die Vereine überhaupt heißen, wie sie heißen – FSV, VfL, TSG und der ganze Rest – erklären wir in unserem Beitrag zu den Namen der 18 Bundesliga-Klubs. Der kurioseste Fall der Republik steht in unserem Stück zum SSV Jeddeloh II. Alles zur laufenden Saison bündelt der Saison-Hub 2026/27.
03.09.2026