Bundesliga in Zahlen
Der schnellste Spieler der Bundesliga
37,16 km/h – so schnell war noch nie ein Profi in einem Bundesliga-Spiel. Wer den Rekord hält, wer ihm am nächsten kommt und warum Topspeed weniger aussagt, als die meisten denken.
Bundesliga-Rekord im Überblick
Höchstgeschwindigkeit37,16 km/h
SpielerJean-Mattéo Bahoya
VereinEintracht Frankfurt
SpielVfL Bochum – Eintracht Frankfurt 1:3
Datum16. März 2025
Datenbasisoffizielle DFL-Messung seit 2011/12
Auf einen Blick
Den Bundesliga-Rekord hält Jean-Mattéo Bahoya von Eintracht Frankfurt mit 37,16 km/h. Gemessen wurde der Sprint am 16. März 2025 beim 3:1-Sieg in Bochum – er ist bis heute unübertroffen.
- Schnellster Spieler der Saison 2025/26: Oliver Burke (Union Berlin) mit 37,00 km/h.
- Die DFL misst mit 16 bis 20 Kameras pro Stadion, 25-mal pro Sekunde, auf acht Zentimeter genau.
- Seit 2025/26 gilt eine neue Sprint-Definition – dadurch werden rund 30 Prozent weniger Sprints gezählt.
- Usain Bolt war mit 44,42 km/h rund 20 Prozent schneller als der schnellste Bundesliga-Profi.
Wer ist der schnellste Spieler der Bundesliga? Die Frage klingt einfach, ist aber überraschend schwer zu beantworten – und die Namen, die einem zuerst einfallen, sind meistens die falschen. Alphonso Davies und Karim Adeyemi gelten seit Jahren als die Tempo-Referenz der Liga. In den offiziellen Ranglisten tauchen beide inzwischen nicht mehr weit vorne auf.
Wir haben die offiziellen DFL-Daten ausgewertet: den Allzeit-Rekord, die Top 10 der abgelaufenen Saison und die Frage, wie diese Werte überhaupt zustande kommen. Dazu die vielleicht wichtigste Erkenntnis: Warum die reine Höchstgeschwindigkeit im Fußball deutlich weniger wert ist, als die Zahlen vermuten lassen.
Der Rekord: 37,16 km/h von Jean-Mattéo Bahoya
Am 16. März 2025 gewann Eintracht Frankfurt am 26. Spieltag mit 3:1 beim VfL Bochum. In diesem Spiel wurde Jean-Mattéo Bahoya mit 37,16 km/h gemessen – der höchste Wert, den die DFL jemals in einem Bundesliga-Spiel erfasst hat.
Bahoya, damals 19 Jahre alt und ein halbes Jahr zuvor aus Straßburg gekommen, löste damit Sirlord Conteh vom 1. FC Heidenheim ab, der wenige Monate zuvor 36,82 km/h erreicht hatte. Der Rekord hat bis heute Bestand: In der kompletten Saison 2025/26 kam kein Spieler an die Marke heran, am nächsten kam Oliver Burke mit 37,00 km/h.
Wichtige Einordnung: Wenn von Bundesliga-Rekorden bei der Geschwindigkeit die Rede ist, ist immer der Zeitraum ab der Saison 2011/12 gemeint. Erst seit damals erfasst die Liga Sprintdaten offiziell. Was Gerd Müller, Pierre Littbarski oder Sean Dundee auf dem Tacho gehabt hätten, weiß niemand.
Die schnellsten Spieler der Saison 2025/26
Die zuletzt abgeschlossene Spielzeit führte Oliver Burke an – ein Name, den bei dieser Frage kaum jemand auf dem Zettel hat. Der Schotte war schon in der Vorsaison für Werder Bremen unter den fünf Schnellsten und steigerte sich bei Union Berlin auf 37,00 km/h.
| Platz | km/h | Spieler | Verein |
| 1 | 37,00 | Oliver Burke | 1. FC Union Berlin |
| 2 | 36,77 | Uchenna Ogundu | FC Augsburg |
| 3 | 36,46 | Ricky-Jade Jones | FC St. Pauli |
| 4 | 36,32 | Adam Daghim | VfL Wolfsburg |
| 5 | 36,30 | Yan Diomandé | RB Leipzig |
| 6 | 36,19 | Justin Njinmah | SV Werder Bremen |
| 7 | 36,04 | Christian Conteh | 1. FC Heidenheim |
| 8 | 36,04 | Jean-Mattéo Bahoya | Eintracht Frankfurt |
| 9 | 35,98 | Bazoumana Touré | TSG Hoffenheim |
| 10 | 35,91 | Saïd El Mala | 1. FC Köln |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens, wie eng die Spitze beieinanderliegt: Zwischen Platz 1 und Platz 10 liegt gerade einmal gut ein Kilometer pro Stunde. Zweitens die Halbzeitbilanz – zur Winterpause führte noch Ricky-Jade Jones vom FC St. Pauli, Burke lag da erst bei 36,01 km/h. Ein einziger Sprint im Frühjahr kann die ganze Rangliste umwerfen.
Ein Teil dieser Namen ist inzwischen nicht mehr in der Liga: Yan Diomandé wechselte im August 2026 für kolportierte bis zu 140 Millionen Euro zu Real Madrid, Bazoumana Touré ging zu Newcastle United. Wer den Überblick behalten will, findet die Wechsel in unseren
Bundesliga-Transfers 2026/27.
Zur laufenden Saison: Die Spielzeit 2026/27 hat am 28. August 2026 begonnen. Nach einem Spieltag sind die Werte reine Momentaufnahmen ohne Aussagekraft – ein einziger Konter reicht, um die Tabelle zu drehen. Wir aktualisieren die Rangliste im Saisonverlauf.
Die schnellsten Spieler der Bundesliga-Geschichte
Über alle Saisons seit 2011/12 hinweg ergibt sich diese Bestenliste. Auffällig: Sechs der zehn Werte stammen aus den vergangenen drei Spielzeiten – die Liga ist messbar schneller geworden.
| Platz | km/h | Spieler | Verein | Saison |
| 1 | 37,16 | Jean-Mattéo Bahoya | Eintracht Frankfurt | 2024/25 |
| 2 | 37,00 | Oliver Burke | 1. FC Union Berlin | 2025/26 |
| 3 | 36,86 | Loïs Openda | RB Leipzig | 2024/25 |
| 4 | 36,82 | Sirlord Conteh | 1. FC Heidenheim | 2024/25 |
| 5 | 36,74 | Gerrit Holtmann | VfL Bochum | 2024/25 |
| 6 | 36,65 | Karim Adeyemi | Borussia Dortmund | 2022/23 |
| 7 | 36,63 | Jeremiah St. Juste | 1. FSV Mainz 05 | 2021/22 |
| 8 | 36,57 | Sheraldo Becker | 1. FC Union Berlin | 2022/23 |
| 9 | 36,53 | Nathan Ngoumou | Bor. Mönchengladbach | 2024/25 |
| 9 | 36,53 | Alphonso Davies | FC Bayern München | 2021/22 |
Hier steht auch die Korrektur einer verbreiteten Annahme. Alphonso Davies, jahrelang das Gesicht der Tempo-Debatte, teilt sich nur noch Rang neun – sein Bestwert stammt aus 2021/22. Und Karim Adeyemi, in Ranglisten oft ganz oben geführt, hat seine 36,65 km/h in der Saison 2022/23 erreicht, nicht zuletzt. In den aktuellen Saisonwertungen taucht er nicht mehr in den Top 10 auf.
Eine Unstimmigkeit in den offiziellen Daten: Uchenna Ogundus 36,77 km/h aus der Saison 2025/26 würden ihn auf Rang drei dieser Liste setzen. In der von der DFL geführten Allzeit-Übersicht taucht er bislang nicht auf – vermutlich, weil der Sprint nach dem letzten Update der Liste erfolgte. Wir führen ihn deshalb in der Saisontabelle, aber nicht in der Allzeit-Wertung.
Wie die Geschwindigkeit gemessen wird
In jedem Bundesliga-Stadion hängen 16 bis 20 HD-Kameras – an beiden Seitenlinien, hinter den Toren und hinter den Eckfahnen. Sie erfassen die Position jedes Spielers, des Balls und der Schiedsrichter alle 40 Millisekunden, also 25-mal pro Sekunde. Pro Spiel entstehen so rund 3,5 Millionen Positionsdatenpunkte, die binnen etwa 150 Millisekunden an Livesysteme ausgeliefert werden.
Das System heißt TRACAB und wird für die DFL von der Tochtergesellschaft Sportec Solutions betrieben, die seit 2017/18 für die offiziellen Spieldaten verantwortlich ist. Eine Randnotiz mit Symbolwert: TRACAB gehört seit 2025 zu Electronic Arts – dem Konzern hinter den bekanntesten Fußball-Videospielen.
Wie genau ist das? Eine Validierungsstudie der TU München verglich TRACAB mit einem hochpräzisen Referenzsystem und kam auf einen mittleren Positionsfehler von acht Zentimetern, bei der Momentangeschwindigkeit auf 0,08 Meter pro Sekunde. Für Leistungsanalysen ist das mehr als ausreichend – vorausgesetzt, das System verliert den Spieler nicht aus den Augen.
Zur Saison 2025/26 kam eine weitere Stufe dazu: ein 3D-Tracking, das statt eines einzigen Punkts pro Spieler mindestens 21 Körperpunkte erfasst, ein digitales Skelett. Der Ball wird 50-mal pro Sekunde vermessen. Insgesamt rund 140 Millionen Datenpunkte pro Spiel, zunächst vor allem für die halbautomatische Abseitserkennung.
Die neue Sprint-Definition seit 2025/26
Das ist der Punkt, an dem die meisten Vergleiche im Netz auseinanderfallen. Die DFL hat gemeinsam mit Sportec Solutions zur Saison 2025/26 geändert, was überhaupt als Sprint zählt – auf Wunsch der Trainerstäbe und zur Angleichung an internationale Standards.
| Kriterium | bis 2024/25 | ab 2025/26 |
| Spitzentempo | mindestens 22,68 km/h | über 25 km/h |
| Mindestdauer | Aktion länger als 2 Sekunden | 0,5 Sekunden auf Spitzentempo |
| Mindesttempo | 14,4 km/h | entfällt |
Die Folge ist erheblich: Am ersten Spieltag der 2. Bundesliga 2025/26 wurden 151 Sprints pro Spiel gezählt statt 215 in der Vorsaison – ein Rückgang um rund 30 Prozent. Die Spieler sind nicht langsamer geworden, es wird nur anders gezählt.
Praktisch heißt das: Wer Sprintzahlen aus der Zeit vor 2025/26 mit heutigen vergleicht, vergleicht zwei verschiedene Dinge. Auf die Höchstgeschwindigkeit hat die Änderung keinen Einfluss – die wird unabhängig von der Sprint-Definition gemessen. Die Ranglisten in diesem Artikel bleiben also vergleichbar.
Warum Topspeed im Fußball überschätzt wird
Jetzt der Teil, der die ganzen Zahlen relativiert. Fußball-Sprints haben mit dem, was man sich unter einem Sprint vorstellt, erstaunlich wenig zu tun.
Eine Analyse hochintensiver Aktionen im Profifußball ergab: Rund 95 Prozent aller Sprints beginnen aus bereits hohem Tempo von über 20 km/h – praktisch keiner aus dem Stand. Und über 91 Prozent der Aktionen jenseits von 25 km/h beruhen auf Beschleunigungen, die kürzer als eine halbe Sekunde dauern. Es sind fast immer Anlauf-Sprints, keine explosiven Antritte.
Dazu kommt die Distanz. Zentrale Mittelfeldspieler absolvieren mehr als die Hälfte ihrer Sprints über null bis fünf Meter. Auf so kurzen Wegen erreicht niemand seine Höchstgeschwindigkeit – die braucht Anlauf, den das Spiel selten hergibt. Eine Untersuchung an 35 Profis fand pro Spiel im Median nur zwei Läufe, bei denen ein Spieler über 90 Prozent seines individuellen Maximums kam. Stürmer erreichten diese Schwelle in gut einem Drittel der Spiele überhaupt nicht.
Und schließlich die Einordnung nach unten: Der durchschnittliche Topspeed eines Profis liegt bei etwa 30 bis 32 km/h, je nach Position. Flügelspieler kommen im Mittel auf 32 km/h, Stürmer auf knapp 30. Ab 34 km/h ist ein Spieler überdurchschnittlich schnell, ab 36 km/h gehört er zur Ligaspitze.
| Position | Durchschnittlicher Topspeed |
| Flügel-Mittelfeld | rund 32,0 km/h |
| Zentrales Mittelfeld | rund 31,0 km/h |
| Innenverteidiger | rund 30,6 km/h |
| Stürmer | rund 29,9 km/h |
Für die Praxis heißt das: Antritt schlägt Topspeed. Wer über fünf Meter eine halbe Körperlänge gewinnt, entscheidet Zweikämpfe – wer bei 37 km/h noch zwei km/h drauflegt, tut das ein- oder zweimal pro Spiel, meistens ohne Ball.
Der Vergleich: Wie schnell war Usain Bolt?
Bei seinem Weltrekord über 100 Meter in Berlin 2009 (9,58 Sekunden) erreichte Usain Bolt laut dem biomechanischen Bericht des Leichtathletik-Weltverbands eine Höchstgeschwindigkeit von 44,42 km/h. Gemessen wurde sie per Laser – bei Meter 67,9.
Der Vergleich mit Bahoyas 37,16 km/h ergibt eine Differenz von gut sieben km/h, rund 20 Prozent. Die eigentliche Pointe steckt aber in der Zahl 67,9: Bolt brauchte fast 68 Meter Anlauf, um sein Maximum zu erreichen. Eine Strecke, die im Fußball praktisch nie am Stück gesprintet wird. Selbst Bolts Durchschnittstempo über die 100 Meter – 37,58 km/h – liegt noch über dem Bundesliga-Bestwert.
Und der Weltrekord im Fußball? Den gibt es nicht. Es existiert keine Instanz, die Geschwindigkeiten ligaübergreifend zertifiziert. Kursierende Werte wie „Mbappé 38 km/h" stammen aus unterschiedlichen Systemen und sind nicht vergleichbar – dieselbe Auswertungsstelle misst ihn an anderer Stelle mit 35,7 km/h. Belastbar sind nur ligainterne Bestwerte.
Häufige Fragen
Wer ist der schnellste Spieler der Bundesliga?
Den offiziellen Bundesliga-Rekord hält Jean-Mattéo Bahoya von Eintracht Frankfurt mit 37,16 km/h. Gemessen wurde der Sprint am 16. März 2025 beim 3:1-Sieg seines Teams beim VfL Bochum am 26. Spieltag. In der Saison 2025/26 war Oliver Burke von Union Berlin mit 37,00 km/h der schnellste Spieler.
Wie schnell ist der schnellste Fußballer in km/h?
Die höchste je in der Bundesliga gemessene Geschwindigkeit liegt bei 37,16 km/h. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Topspeed eines Profis liegt je nach Position zwischen 30 und 32 km/h. Ab etwa 34 km/h gilt ein Spieler als überdurchschnittlich schnell, ab 36 km/h gehört er zur absoluten Ligaspitze.
Wie misst die Bundesliga die Geschwindigkeit der Spieler?
Über ein optisches Kamera-Tracking namens TRACAB, betrieben von der DFL-Tochter Sportec Solutions. In jedem Stadion hängen 16 bis 20 HD-Kameras, die die Position jedes Spielers alle 40 Millisekunden erfassen, also 25-mal pro Sekunde. Eine Validierungsstudie der TU München ermittelte dabei eine Positionsgenauigkeit von rund acht Zentimetern.
Seit wann werden die Sprintdaten in der Bundesliga erfasst?
Offiziell seit der Saison 2011/12. Alle Bundesliga-Rekorde zur Höchstgeschwindigkeit beziehen sich deshalb auf diesen Zeitraum, nicht auf die gesamte Ligageschichte seit 1963. Wie schnell Spieler früherer Jahrzehnte waren, lässt sich nicht seriös beziffern.
Ist Alphonso Davies noch der schnellste Spieler der Bundesliga?
Nein. Alphonso Davies steht mit 36,53 km/h aus der Saison 2021/22 nur noch auf einem geteilten neunten Platz der Allzeit-Bestenliste. Auch Karim Adeyemi, der oft als schnellster Spieler genannt wird, erreichte seinen Bestwert von 36,65 km/h bereits in der Saison 2022/23 und taucht in den jüngeren Saisonwertungen nicht mehr in den Top 10 auf.
Warum werden seit 2025/26 weniger Sprints gezählt?
Weil die DFL die Definition geändert hat. Bis 2024/25 galt eine Aktion ab 22,68 km/h und einer Dauer von über zwei Sekunden als Sprint. Seit 2025/26 muss ein Spieler über 25 km/h erreichen und dieses Tempo mindestens eine halbe Sekunde halten. Am ersten Spieltag der 2. Bundesliga 2025/26 wurden dadurch 151 statt 215 Sprints pro Spiel gezählt, rund 30 Prozent weniger. Auf die gemessene Höchstgeschwindigkeit hat die Änderung keinen Einfluss.
Wie schnell war Usain Bolt im Vergleich?
Bei seinem 100-Meter-Weltrekord 2009 in Berlin erreichte Usain Bolt laut dem biomechanischen Bericht des Leichtathletik-Weltverbands 44,42 km/h. Er war damit rund 20 Prozent schneller als der schnellste jemals gemessene Bundesliga-Profi. Entscheidend ist aber der Anlauf: Bolt erreichte sein Maximum erst bei Meter 67,9 – eine Distanz, die im Fußball praktisch nie am Stück gesprintet wird.
Ist Topspeed im Fußball überhaupt wichtig?
Weniger, als die Zahlen vermuten lassen. Rund 95 Prozent aller Sprints im Profifußball beginnen aus bereits hohem Tempo, und über 91 Prozent der Aktionen über 25 km/h beruhen auf Beschleunigungen von unter einer halben Sekunde. Zentrale Mittelfeldspieler absolvieren mehr als die Hälfte ihrer Sprints über null bis fünf Meter. Entscheidender als die Höchstgeschwindigkeit ist deshalb die Beschleunigung über die ersten Meter.